Bild: Person wird geimpft | Gustavo Fring, pexels.com

Covid-19-Impfung

[zuletzt aktualisiert am 07.05.2021] Seit dem 27. Dezember 2020 läuft die Corona-Impfkampagne in Deutschland und auch in NRW. Zunächst ausschließlich durch mobile Impf-Teams realisiert, haben seit dem 8. Februar 2021 auch die 53 Impf-Zentren in NRW ihren Betrieb aufgenommen. Seit Anfang April sind schließlich auch die Hausarztpraxen und zum Teil Facharztpraxen in NRW in die Impf-Kampagne eingebunden.

Die Impfung birgt zum einen individuellen, hoch wirksamen Schutz, aber auch einen wesentlichen Beitrag zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie in NRW, Deutschland und weltweit. Es wird auch Aufgabe von Aidshilfen, Drogenhilfen und externen Beratungsstellen im Justizvollzug sein, Ratsuchende über Vorteile, mögliche Nebenwirkungen und die organisatorischen Fragen der Corona-Impfung aufzuklären. Hier stellen wir einige wichtige und regelmäßig aktualisierte Informationen rund um das Thema Corona-Impfung für drogengebrauchende Menschen bzw. Menschen mit Suchterkrankung sowie Menschen in Haft zusammen. Weitere zielgruppenspezifische Infos rund um das Coronavirus zu beiden Themengebieten finden Sie hier.

Rechtliche Grundlage: Auf Basis der Impf-Empfehlung der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut (zuletzt aktualisiert am 01.04.2021) hat die Bundesregierung eine Impf-Verordnung erlassen (zuletzt aktualisiert am 01.04.2021), welche den priorisierten Zugang zur Impfung regelt. Eine Priorisierung ist so lange notwendig, bis alle Menschen ein Impf-Angebot erhalten haben, die aufgrund ihres Alters, ihrer beruflichen Tätigkeit (zum Beispiel in der Eingliederungshilfe) oder bestimmter Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko haben, im Falle einer Corona-Infektion schwer zu erkranken, beziehungsweise vermehrt Kontakt zu gefährdeten Gruppen haben. Die Priorisierung wird nach aktuellem Stand im Juni 2021 aufgehoben. Für den Impf-Stoff von AstraZeneca hat das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) NRW bereits am 6. Mai den niedergelassenen Ärzt*innen empfohlen, die Priorisierung aufzuheben (je nach verfügbarer Menge an Impf-Stoff).

Impf-Reihenfolge: Nach der Gruppe mit höchster Priorität (Gruppe 1), also Menschen ab 80 Jahren und Mitarbeitende bestimmter medizinischer und pflegerischer Einrichtungen, folgt die Gruppe mit hoher Priorität (Gruppe 2), darunter Menschen mit schweren psychiatrischen Erkrankungen, mit COPD oder ähnlichen schweren Lungenerkrankungen, mit Leberzirrhose oder einer anderen chronischen Lebererkrankung. Für den Nachweis von Vorerkrankungen genügt in der Regel eine formlose Bescheinigung der hausärtlichen Praxis, wenn die Impfung in einem Impf-Zentrum stattfindet. Einige Impf-Zentren stellen eigene Formulare zur Verfügung. Ebenso Teil der Gruppe 2 sind Menschen, die in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe untergebracht sind oder arbeiten. Für wohnungslose Menschen soll, so das MAGS NRW, bevorzugt der Impfstoff von Johnson & Johnson eingesetzt werden (sobald verfügbar), da bei diesem nur eine Impfung ausreichend ist. Schließlich folgt die dritte Gruppe mit erhöhter Priorität. Dies umfasst Personen mit verschiedenen Krankheitsbildern wie zum Beispiel HIV und auch Personen, die "aufgrund ihrer Arbeits- oder Lebensumstände ein deutlich erhöhtes Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht", darunter gemäß Begründung zur Impf-Verordnung auch Inhaftierte (s. Referentenentwurf). Auch die Impf-Empfehlung der STIKO (s.o.) spricht sich für die Priorisierung von Inhaftierten aus, da für sie das Impf-Ziel "Verhinderung von Transmissionen sowie Schutz in Umbegungen mit hohem Anteil vulnerabler Personen und in solchen mit hohem Ausbruchspotenzial" gilt.

Was gilt für Mitarbeitende? Viele Mitarbeitende in Aids- und Drogenhilfen haben bereits eine Erst-, einige auch eine Zweitimpfung erhalten. Der Zeitpunkt der Impfung hängt - neben individuellen Gründen für eine Priorisierung - in der Regel von der Einordnung des jeweiligen Arbeitsbereichs ab. Priorisiert sind beispielsweise Mitarbeitende in der Eingliederungs- und Wohnungslosenhilfe (s.o.), Mitarbeitende in Checkpoints und Testprojekten, oder Mitarbeitende, die dem öffentlichen Gesundheitsdienst zugeordnet werden (alle Gruppe 2). Mitarbeitende der Justiz und damit auch des Justizvollzugs gehören zu Gruppe 3. Zum Teil werden auch Mitarbeitende externer Beratungsstellen, die Klient*innen in Haft aufsuchen, dazu gezählt. Im Zweifelsfall findet die Einordnung in Absprache mit dem örtlichen Gesundheitsamt und/oder Impf-Zentrum statt. Das MAGS NRW stellt einen Vordruck für eine Arbeitgeberscheinigung zur Verfügung, welche die Tätigkeit in verschiedenen Einrichtungsarten und Berufszweigen für eine Impf-Berechtigung seitens des Arbeitgebers bescheinigt.

Weiterführende Informationen finden sich auf den Websites folgender Institutionen: