Corona: Informationen für drogengebrauchende Menschen und Beratungsstellen

Corona/COVID-1918. März 2020 - Drogengebrauchende Menschen sind potenziell besonders gefährdet durch die derzeitige Situation rund um die Ausbreitung des neuen Coronavirus: Zum einen gibt es viele drogengebrauchende Menschen mit relevanten Vorerkrankungen, zum anderen sind drogengebrauchende Menschen im Allgemeinen besonders betroffen, wenn Beratungsstellen sowie Einrichtungen der Aids- und Drogenhilfe ihre Angebote einschränken und Besucherkontakte reduzieren oder sogar ganz aussetzen müssen. Zudem sind viele Drogengebrauchende darauf angewiesen, uneingeschränkt mobil zu sein, zum Beispiel um den täglichen Weg zur Substitutionsvergabe zu absolvieren. Deshalb ist es nun besonders wichtig, Schutzmaßnahmen zu ergreifen (erweiterte Safer-Use-Regeln) sowie Maßnahmen anzubieten, um Kontakte sowie Wege zu reduzieren (zum Beispiel erweiterte Take-Home-Verordnungen). Außerdem ist es nun unerlässlich, faktenbasierte Informationen zu teilen und Falschmeldungen nicht weiterzuverbreiten.

Anbei möchten wir auf einige Links hinweisen, die sowohl für drogengebrauchende Menschen als auch für Beratungsstellen hilfreich sein können [aktualisiert am 26.03.2020]:

  • Corona – Information für Drogengebraucher*innen. Die Deutsche Aidshilfe, akzept, JES und JES NRW haben die wichtigsten Informationen auf einem einseitigen Infoblatt zusammengestellt. Wir bitten darum, dieses an alle interessierten Stellen zu teilen und in den Einrichtungen auszuhängen. 
  • Corona und Substitution: Hinweise der Kassenärztlichen Vereinigung für substituierende Ärzt*innen, ergänzend hierzu eine Handreichung der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin (DGS). Die Empfehlungslage ist deutlich dahingehend, Take-Home-Verordnungen auszuweiten.
  • Allgemeine Verhaltensempfehlungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
  • Aktuelle Informationen des Robert-Koch-Instituts.
  • Aktuelle Informationen der Deutschen Aidshilfe.
  • Sonderseite des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW, enthält tagesaktuelle Informationen zu allen Maßnahmen auf Landesebene.
  • Schreiben der Bundesdrogenbeauftragten an die substituierenden Ärzt*innen (23.03.2020).
  • Pressemitteilung der Bundesdrogenbeauftragten Daniela Ludwig zur Zahl der Menschen, die im vergangene Jahr an den Folgen von Drogenkonsum verstorben sind (24.03.2020). Die Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr um rund zehn Prozent gestiegen. Ludwig fordert eine flächendeckende Substitutitonsversorgung und appelliert, dass auch in der aktuellen Coronakrise substituierte Patient*innen nicht auf der Strecke bleiben dürfen.
  • Offener Brief der Deutschen Aidshilfe, des Aktionsbündnisses gegen AIDS und über 40 weitere n zivilgesellschaftliche Organisationen und Institutionen aus dem Gesundheitsbereich an den Corona-Krisenstab der Bundesregierung (26.03.2020). Die Verbände fordern besseren Schutz und den Zugang zu medizinischer Versorgung für Menschen in prekären Lebensverhältnissen, etwa wohnungslose Menschen, Menschen ohne Krankenversicherung oder ohne legalen Aufenthaltsstatus, und erwerbslose EU-Bürger*innen.
  • Soforthilfe der Aktion Mensch: Die Aktion Mensch hat ein 20-Millionen-Euro-Soforthilfeprogramm aufgelegt, mit dem Menschen in akuten Notlagen, die besonders von der Coronoakrise betroffen sind, unterstützt werden sollen. Dazu zählen Menschen mit Behinderung, Menschen mit chronischen Erkrankungen, wohnungslose Menschen und Menschen in sozialen Schwierigkeiten, die zum Beispiel vom Wegfall von Assistenzleistungen oder der Schließung von Lebensmittelhelfen betroffen sind.