Eliminierung des Hepatitis-C-Virus: Behandlung UND Prävention müssen gestärkt werden!

Eliminate Hepatitis CUm die Eliminierung des Hepatitis-C-Virus unter intravenös Drogengebrauchenden in Europa voranzutreiben, bedarf es mehrerer Anstrengungen: Die Behandlung mit Direct Acting Antivirals (DAAs), den neuen Medikamenten für die HCV-Therapie, muss ebenso ausgeweitet werden wie das Angebot von Spritzenvergabe- oder Spritzentauschprogrammen und die Substitutionstherapie, auch die generelle Drogenpolitik und Haltung zu Harm Reduction (Schadensminimierung) spielt eine Rolle. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität Bristol, die vorab online für das Journal of Hepatology veröffentlicht wurde.

Wissenschaftler der Universität Bristol und anderer Hochschulen innerhalb der EU haben ein Modell entwickelt, das den Einfluss der Verfügbarkeit von HCV-Therapien, Substitutionsbehandlungen und steriler Nadeln und Spritzen auf die HCV-Prävalenz und -Inzidenz bis 2026 untersucht. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass erhöhte Behandlungszahlen zwar die Prävalenz in Ländern mit einer niedrigen Gesamtprävalenz signifikant senken können, dies allein jedoch in den meisten Settings keinen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Neuinfektionen hat.

Die Eliminierung des Hepatitis-C-Virus, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert wird als 65-prozentige Reduktion der HCV-bezogenen Todesfälle und eine 90-prozentige Reduktion der Neuinfektionen bis 2030, hängt also von der Behandlung chronischer Infektionen gleichermaßen ab wie von der Prävention neuer Infektionen. Weiter eingeschränkt wird die Bedeutung der Behandlungssäule dadurch, dass die HCV-infizierten Personen zunächst auch getestet, ans Gesundheitssystem angebunden werden und dann auch noch einen freien und finanzierbaren Zugang zur HCV-Behandlung (wie er in einigen Ländern bzw. in einigen Settings auch in Deutschland nicht gegeben ist) erhalten müssen.

Die Studie streicht die zentrale Bedeutung von primärpräventiven Maßnahmen als zentrale Methode zur Reduktion von HCV-Neuinfektionen und HCV-Prävalenz hervor. Auch wichtig sei es, drogengebrauchenden Menschen den Zugang zu Harm-Reduction-Angeboten sowie zum Gesundheitssystem zu erleichtern. Eine ausführliche, englischsprachige Zusammenfassung der Studie finden Sie auf aidsmap.com.