25 Jahre Spritzenautomaten in NRW

Mit einer Fachtagung und einem kleinen Festakt feierte die Aidshilfe NRW am 06.05.2014 das „Silberjubiläum“ des Spritzenautomatenprojekts NRW. Seit 25 Jahren sind die inzwischen über 100 Automaten im ganzen Land Garanten für einen niedrigschwelligen Zugang zu Präventionsmitteln für Drogen konsumierende Menschen. "Das Projekt", so der stellvertretende Landesvorsitzende Olaf Lonczewski, "festigt ein Konzept und eine Haltung in Aidshilfe, die sich heute als eines der wichtigsten Erfolgsrezepte für Prävention nicht nur im Drogenbereich darstellt: Niedrigschwelligkeit und akzeptierende Arbeit.


Lonczewski trat Kritikern entgegen, die Automaten zögen Drogen gebrauchende Menschen an und gefährdeten die Anwohner. "Sie sind kein Mittel zur Steuerung des Aufenthaltortes Drogen gebrauchender Menschen, sie werden dort angebracht, wo der einfache und zugleich diskrete Zugang gewährleistet wird und sich die Menschen, die ihn in Anspruch nehmen, aufhalten und auch leben." Lonczewski betonte: "Die Aidshilfe setzt sich für einen ungehinderten Zugang zu Präventionsmaterial für alle Menschen ein, ob mit festem Wohnsitz, obdachlos oder in Haft. Zugang zu Präventionsmaterialien ist ein Menschenrecht!"

Die Staatssekretärin im Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW, Martina Hoffmann-Badache, dankte seitens der Landesregierung allen, die sich an der Weiterentwicklung und Umsetzung des Projekts engagieren. Die niedrigschwelligen Hilfsmaßnahmen seien gesundheitspolitischer Schwerpunkt des Landes. "Im Mittelpunkt steht die Reduzierung der HIV-Ansteckungsrisiken durch umfassende an der Lebensrealität der Menschen orientierte Information und Aufklärung zu 'Safer Use'."

Das Spritzenautomatenprojekt sei nicht zuletzt ein gelungenes Beispiel für ein erfolgreiches Zusammenwirken von Aids- und Drogenhilfesystem. Die Einbindung der Drogenhilfeeinrichtungen sowie der Drogenselbsthilfe seien wichtiger Bestandteil einer szenenahen Arbeit. "Auch wenn es bei intravenös Drogenabhängigen - nicht zuletzt als Erfolg der Aidspräventionsmaßnahmen - in den zurückliegenden Jahren zu einem Rückgang der Zahl der HIV-Neuinfektionen gekommen ist, gehören sie auch heute noch mit schätzungsweise 8% der gemeldeten HIV-Neuinfektionen zu den Menschen, die von HIV und Aids besonders betroffen sind.", sagte Hoffmann-Badache. Darum sei die Weiterführung und der landesweite Ausbau des Spritzenautomatenprojekts unverzichtbar.

Die Rede von Olaf Lonczewski, stellvertretender Landesvorsitzender der Aidshilfe NRW, lesen Sie hier (PDF-Datei).

Die Rede von Martina Hoffmann-Badache, Staatssekretärin im Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW, lesen Sie hier (PDF-Datei).

Das Grußwort von Manuel Izdebski, Vorstandsmitglied Deutsche AIDS-Hilfe e.V., lesen Sie hier (PDF-Dateil).

Einen Beitrag aus dem DAH-Blog zum Jubiläum lesen Sie hier (PDF-Datei).